Liza aus Hessen im interkulturellen Austausch mit Sydrah aus Kanada
Wenn man nicht nur eine Begeisterung, sondern auch ein Talent für Fremdsprachen hat: Wer möchte nicht in einen interkulturellen Austausch treten, um die Menschen und das Leben einer anderen Kultur besser und vor allem authentisch kennenzulernen? Wer möchte nicht seinen sprachlichen Horizont erweitern? Und wer möchte nicht Kontakte auf der ganzen Welt knüpfen, um vielleicht Freunde fürs Leben zu finden? Das dachte sich auch die Zwölftklässlerin Liza, als ihr Frau Schenk, die Leiterin der Begabtenförderung am Burggymnasium, vorschlug, sich für den virtuellen Schüleraustausch zwischen dem Bundesland Hessen und der Provinz Alberta in Kanada zu bewerben. Nach einem mehrere Seiten umfassenden Bewerbungsbogen, einem persönlichen Brief von der Schülerin, Fotos sowie einem Gutachten von Frau Schenk warteten beide gespannt auf eine hoffentlich positive Rückmeldung der Servicestelle „Internationale Begegnungen“ in Rüsselsheim, denn es war klar, dass der Bewerberkreis aus Hessen deutlich größer war als der aus Kanada. Mitte April kam schließlich die Zusage, dass Liza eine Austauschpartnerin von den insgesamt sechs aus Kanada Teilnehmenden bekommen wird. Die Freude darüber war sehr groß!

Da die interkulturelle Begegnung ausschließlich online und von den Schülerinnen eigenständig organisiert stattfinden würde, lernten die Beteiligten auf einem Vorbereitungstreffen alle wichtigen Details zum Vorgehen kennen, sodass der sechswöchige Austausch schließlich am 27. April beginnen konnte.
Nach mehr als der Hälfte der Zeit kann Liza weiterhin mit Begeisterung sagen, dass es sich um eine sehr interessante und bereichernde Gelegenheit handelt und dass sie „zu 100 Prozent die passende Partnerin“ zugeteilt bekommen hat. Sie und die 18-jährige Kanadierin Sydrah haben sich von Anfang an super verstanden. Gemeinsam treffen sie sich zweimal wöchentlich online in einer kürzeren (ca. 20 Minuten) und in einer längeren Sitzung (ca. 1 Stunde), um sich über persönliche und alltägliche Themen wie das Schulsystem, Filme und Lernmotivation, oder aber gesellschaftliche und politische Themen wie Traditionen, Menschen und ihre Sichtweisen, Ungleichheiten sowie deutsch-kanadische Beziehungen zu unterhalten. Dies geschieht vornehmlich auf Englisch. Da es sich jedoch um einen interkulturellen Austausch handelt, sprechen die beiden auch anteilig Deutsch, denn Sydrah möchte ebenso ihre Deutschkenntnisse verbessern. Die Zeitverschiebung von acht Stunden bekommen die beiden zum Glück gut gemanagt, denn wenn es in Deutschland nachmittags ist, ist es in Alberta erst morgens. So freut sich Liza auf die noch verbleibende Zeit mit ihrer Austauschpartnerin, und beide sind sich bereits jetzt sicher, dass sie auch über den Zeitraum des Online-Austausches hinaus in Kontakt bleiben werden!

Was Liza bislang am besten gefallen hat? – „Alles!“, kommt voller Überzeugung sofort aus ihr herausgeplatzt, als Frau Schenk sie fragt. „Aber insbesondere der Kulturaustausch! Mich interessiert es zu sehen, wie der Alltag in Kanada aussieht, wie die Menschen sind und wie sie miteinander umgehen, und natürlich welche Unterschiede es zwischen der Schule in Kanada und in Deutschland gibt.“ So berichtet sie weiter, dass das Angebot an außerunterrichtlichen sportlichen Aktivitäten und Sportmannschaften viel größer ist als in Deutschland und dort ebenfalls viel mehr schulische Wettbewerbe stattfinden. Außerdem findet sie es interessant, dass in Kanada Unterrichtsfächer auf drei verschiedenen Niveaus gelehrt werden – und dies die Studienfachwahl später an der Universität oder am College beeinflusst. „Das ist spannend!“, meint Liza schließlich. Genauso enthusiastisch, wie sich die Schülerin über den Austausch zeigt, ist sie ebenfalls Herrn Schupmann von der Servicestelle „Internationale Begegnungen“ und der Partnerorganisation „Alberta Education & Childcare“ in Kanada dankbar, die ihr nicht nur eine tolle Austauschpartnerin vermittelt, sondern ebenso das Programm sehr gut organisiert haben und stets für Rückfragen zur Verfügung stehen. Alles in allem zeigt sich dieser auf sehr persönlicher Ebene stattfindende Austausch als ein voller Erfolg!
Ina Schenk










