„Macbeth“ als lebendige Theatererfahrung

Am Mittwoch, den 17. Juni 2026, hatten interessierte Schülerinnen und Schüler der Englisch-Leistungskurse des Burggymnasiums die besondere Gelegenheit, eine englischsprachige Aufführung von William Shakespeares berühmter Tragödie Macbeth auf dem historischen Gelände des Schlosses Laubach zu besuchen.

Die Veranstaltung wurde von der American Drama Group Europe organisiert und bot uns die Möglichkeit, Shakespeare einmal nicht nur aus dem Unterricht, sondern als lebendige Theatererfahrung kennenzulernen.

Gruppenfoto der Besucherinnen und Besucher aus den Englisch-Leistungskursen des Burggymnasiums auf Schloss Laubach

Eine internationale Theatergruppe

Die American Drama Group Europe ist eine internationale Theatergruppe, die seit vielen Jahren klassische Werke englischsprachiger Literatur aufführt und diese für ein modernes Publikum zugänglich macht. Besonders bekannt ist das Ensemble dafür, berühmte Stücke wie Macbeth, Hamlet oder Romeo and Juliet in einer kompakten, kreativen und dynamischen Form aufzuführen und dabei mit vergleichsweise kleinen Besetzungen auszukommen.

Machtstreben, Schuld und ein tragisches Ende

Macbeth erzählt die Geschichte des schottischen Feldherrn Macbeth, der nach einer Prophezeiung von drei Hexen von immer größerem Machtstreben erfasst wird. Gemeinsam mit seiner ehrgeizigen Frau Lady Macbeth begeht er einen Mord, um König zu werden. Doch Schuldgefühle, Misstrauen und die Angst vor Machtverlust führen schließlich zu seinem tragischen Ende.

Sechs Schauspielerinnen und Schauspieler – viele Rollen

Die Aufführung selbst war äußerst abwechslungsreich gestaltet. Besonders beeindruckend war, dass lediglich vier Männer und zwei Frauen sämtliche Rollen übernahmen. Fast alle Schauspielerinnen und Schauspieler verkörperten mehrere Figuren, wobei die beiden Frauen auch einige Männerrollen spielten. Trotz der kleinen Besetzung gelang es dem Ensemble, die unterschiedlichen Charaktere klar voneinander abzugrenzen und die Handlung verständlich zu vermitteln.

Für eine besondere Atmosphäre sorgten außerdem die musikalischen Elemente. Vor allem der mystische Gesang, der an mehreren Stellen zu hören war, verlieh der Aufführung eine geheimnisvolle Wirkung.

Ein weiteres Highlight waren die gut choreografierten Schwertkampfszenen. Sie sorgten für Spannung und machten die Handlung lebendig. Gleichzeitig war das Stück keineswegs ausschließlich düster und ernst. Immer wieder lockerten humorvolle Bemerkungen und unterhaltsame Darstellungen die Atmosphäre auf und brachten das Publikum zum Schmunzeln.

Schauspielszene der englischsprachigen Macbeth-Aufführung auf Schloss Laubach mit Fahnen und Schilden
Schauspielensemble bei einer Szene der Macbeth-Aufführung unter freiem Himmel auf Schloss Laubach

Englisch des Elisabethanischen Zeitalters

Da die Aufführung vollständig auf Englisch stattfand und die Sprache dem Englisch des Elisabethanischen Zeitalters entsprach, war sie anfangs nicht immer leicht zu verstehen. Gerade die ungewöhnlichen Formulierungen und die ältere Sprachform stellten eine Herausforderung dar. Nach einiger Zeit gewöhnte man sich jedoch daran und konnte der Handlung immer besser folgen. Besonders hilfreich war dieser erste Kontakt mit dem Werk, da wir Macbeth im kommenden Schuljahr selbst im Unterricht behandeln werden.

Theater unter freiem Himmel

Auch zu Shakespeares eigener Zeit stellte die Aufführung seiner Stücke besondere Anforderungen. Gespielt wurde damals meist unter freiem Himmel, beispielsweise im berühmten Globe Theatre in London. Aufwendige Bühnenbilder gab es kaum, weshalb die Schauspieler mit Sprache, Kostümen und ihrem Spiel die Handlung vermitteln mussten. Diese Herausforderungen stachen auch in jener von uns gesehenen Inszenierung heraus, da das Theaterensemble ohne zusätzliche Belichtung und mit nur wenigen Requisiten spielte.

Ein besonderes Erlebnis

Insgesamt war der Theaterabend eine gelungene und abwechslungsreiche Erfahrung. Die besondere Kulisse von Schloss Laubach, die professionelle schauspielerische Leistung, die musikalische Gestaltung und die Mischung aus Spannung, Humor und Dramatik machten die Aufführung zu einem besonderen Erlebnis. Der Besuch zeigte, dass selbst über 400 Jahre alte Literatur heute noch faszinieren und begeistern kann – besonders dann, wenn sie so lebendig und kreativ auf die Bühne gebracht wird.

(Anna Viol)

Eine Abiturientin und ein Abiturient des Burggymnasiums mit UnterlagenChance auf ein Stipendium durch exzellente Leistungen
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