Romantik zum Halbjahresende
Die beiden Deutschkurse der Q1 von Frau Schumacher besuchten am 27. Januar 2026 gemeinsam in Frankfurt das Freie Deutsche Hochstift, bestehend aus dem historischen Goethehaus und dem modernen Romantik-Museum, dem weltweit ersten. Nach intensiver Vorbereitung mithilfe des vom Museum zur Verfügung gestellten Materials bewegten wir uns frei in kleinen Gruppen durch beide Gebäude. Ausgestattet mit verschiedenen Arbeitsaufträgen und Such-Aufgaben sowie dem Media-Guide erkundeten wir alle Stationen des Museums. Zuvor hatte jeder von uns bereits eine der vielen Stationen als Schwerpunkt gewählt, was uns zur Gruppenbildung führte.
Den Romantikern lag die Synästhesie, also die Verbindung und Vermischung der Sinneseindrücke, besonders am Herzen. Dazu passen die intermedialen Stationen. Gefallen hat uns z. B. die Gestaltung von Perspektivwechseln, ergänzt durch akustische Eindrücke, z. B. flüsternde Stimmen, schemenhafte Darstellung von Objekten und Lebewesen in der Station „Waldeinsamkeit“ zu Ludwig Tiecks Märchensammlung. Achim von Arnim und Clemens Brentano sammelten neben Liedern und Sagen auch Märchen und es gibt die Möglichkeit, sich einige vorlesen zu lassen, sogar z. T. von Kinderstimmen, oder selbst zu lesen, originale Handschriften zu bestaunen und dabei zwischen Zeichnungen mit Märchenbildern zu verweilen.
Die blaue Blume, das bekannteste Symbol für das romantische Weltbild, begegnete uns in Form einer Lesung aus dem berühmten Roman „Heinrich von Ofterdingen“ von Novalis und ließ uns das emotionale Abenteuer des Protagonisten voller Sehnsucht mitfühlen. Neben verschiedenen Beispielen aus der Welt der Musik entdeckten wir ein Werk von Robert Schumann mit dem Titel „Hier ist die Aussicht frei. Der Geist erhoben“ aus Goethes Theaterstück „Faust“, welches wir im nächsten Halbjahr lesen.
Mehrere Kabinen mit Vorhängen zum Zuziehen laden ein zu Erlebnissen mit Filmen, auch schauerlichen Szenen, Musik, Sprache. An anderen Stationen bedient man Hebel, blickt durch ein Gedankenmikroskop oder nimmt teil an physikalischen Entdeckungen der Zeit um 1800, etwa den UV-Strahlen, dem ersten Akkumulator, der Begründung der Elektrochemie sowie Grenzphänomenen der Physik, z. B. Wünschelruten. Faszinierend ist der Wunsch bedeutender Persönlichkeiten, immer Naturwissenschaften und Künste miteinander zu verbinden. Für Verbindungen steht auch die berühmte, hochromantische, multibegabte Bettina von Arnim, die sich politisch engagierte. Mit ihrer Reportage zu den Lebensbedingungen der Ärmsten im Land provozierte sie auf elegante Weise den preußischen Herrscher Friedrich Wilhelm IV. mit ihrem Werk „Dies Buch gehört dem König“. Uns wundert nicht, dass dieses dann verboten wurde.
Ähnlich zum Schütteln, aber zum Glück nicht real, ist die Fantasiewelt der Schauerromantik. Auch Dracula und Frankenstein sind wir persönlich begegnet. Aktiv werden kann man u. a. auch, indem man selbst Gedichte übersetzt, Fragen mit persönlichen romantischen Assoziationen beantwortet, sich in die blaue Nische setzt oder auf weiche Flächen legt, um verträumt den Moment zu genießen – vielleicht bevor man einen Abstecher ins Goethehaus macht? Beim Goethehaus in „Franckfurt am Mayn“ handelt es sich um ein Museum, nicht etwa um authentische Einrichtung der Familie, was man schon daran erkennt, dass man keine Betten findet. Dafür gibt es Möbel, Kunstwerke sowie technologische Neuheiten wie eine Druckpresse und eine astronomische Uhr. Wir fanden es überraschend groß, sehr eindrucksvoll, z. B. die Tapeten.
Uns hat der Besuch der beiden Museen sehr gefallen. Wir fanden sie prachtvoll, ästhetisch, vielfältig, modern, interaktiv, geistreich, lehrreich und anschaulich. Am Ende trafen wir uns auf der Himmelsleiter. Diesen Namen trägt das Treppenhaus, welches durch Architektur und optische Gestaltung gezielt den Eindruck einer Transzendenz vermittelt, für ein Gruppenfoto.
Das Autorenteam der Kurse mit Sekretärin Schumacher










