Kleists Lustspiel „Der zerbrochene Krug“ im Kulturhaus
Beide Deutsch-Grundkurse der Q1 von Frau Schumacher besuchten am 15. Dezember 2025 in Begleitung einiger Gäste die Inszenierung Heinrich von Kleists Lustspiel „Der zerbrochene Krug“ im kleinen Theater „Katakombe“ im Kulturhaus Frankfurt. Dies war ein in mehrfacher Hinsicht sehr schönes Erlebnis. In dem kleinen Theaterraum erlebt man das Geschehen auf der Bühne ganz nah und intensiv. Die Schauspieler sind professionell. Das zeigt sich u.a. an ihrer gestischen Ausdruckskraft und an sprachlichen Betonungen. Auch ihre Mimik beeindruckte uns, so z. B. durch das Zeigen von humorvollen Aspekten mit ganz dezenter Interaktion mit dem Publikum, was sehr durchdacht war und den eigentlich großen Ernst des Stücks nicht albern wirken ließ.

Die Vorstellung hat uns sehr gut gefallen, die zwei Stunden haben sich überhaupt nicht gezogen und wir konnten die Gerichtsverhandlung, um die es im Stück geht, in all ihren Nuancen viel besser nachvollziehen als beim Lesen von Kleists Werk. Manches war für uns zunächst verwirrend. Zwei Figuren wurden zwiegespalten dargestellt, was mit den Varianten des Stücks zu tun hat. Besonders erstaunt haben uns einige Requisiten aus unserer Gegenwart wie Bildschirm, Laptop, Handys und vor allem die wichtigste Zeugenaussage per Zoom-Call. Die Bezüge auf unser Leben heute regen aber sehr dazu an, über die Aktualität der Handlung, die im Jahr 1685 spielt, nachzudenken. Im Programmheft wird die neue Aktualität der Verbindung von öffentlicher Verantwortung und privatem Raum, etwa im Home Office, als Grund für die aktuell anmutende Umsetzung genannt. Das Ende dieser Inszenierung ist besonders interessant und bewegend, da das Thema Machtmissbrauch noch einmal ganz drastisch gezeigt wird mit Fokus auf das Patriarchat.
Beeindruckend war auch, mit welcher Leichtigkeit die Bühne, bestehend aus ganz wenigen Holzteilen, schnell umgebaut wurde, um zwei Räume zu schaffen, den privaten und den öffentlichen. Auch eher schlichte Licht-Effekte hatten große Wirkung. Nach der Vorstellung bekamen wir die besondere Erlaubnis, uns einmal selbst auf die Bühne zu stellen, um zu erleben, wie sich das anfühlt. Unseren Bericht möchten wir hier abschließen mit einer schönen Nachricht: Die kurzfristig Erkrankten unter uns, die ja Tickets gekauft hatten, erhielten vom Theater einen Gutschein als Geschenk.
Das Autoren-Team der Kurse mit Sekretärin Schumacher










